Aleph Alpha veröffentlicht Kolibri: offenes Sprachmodell für Deutsch und Englisch
Das Heidelberger KI-Unternehmen Aleph Alpha stellt sein Sprachmodell Kolibri frei zum Herunterladen bereit. Es ist auf Deutsch und Englisch ausgelegt und für den Betrieb auf eigenen Servern gedacht. Die Leistungswerte stammen bisher nur vom Hersteller.
3. Oktober 2026
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung entworfen und von einer Person geprüft.
Was ist neu?
- Aleph Alpha aus Heidelberg hat am 3. Oktober 2026 das Sprachmodell Kolibri veröffentlicht. Die Modelldateien liegen auf der Plattform Hugging Face zum Herunterladen bereit, unter der freien Lizenz Apache 2.0. Laut Modellseite gilt die Lizenz für die Modellgewichte, ausdrücklich nicht für Code, Architektur und Trainingsverfahren.
- Kolibri ist auf Deutsch und Englisch ausgelegt. Nach Angaben von Aleph Alpha bestand das Grundtraining zu 21,3 Prozent aus deutschen Daten. Trainiert wurde auf Rechnern in Deutschland und Finnland.
- Das Modell hat 78 Milliarden Parameter. Es ist so gebaut, dass bei jedem Rechenschritt nur ein kleiner Teil davon arbeitet, laut Modellseite rund 3,5 Milliarden. Es kann sehr lange Dokumente verarbeiten und Werkzeuge aufrufen.
- Für den Betrieb nennt die Modellseite als Minimum Rechenzentrums-Grafikkarten, etwa eine Nvidia H200 oder B200 oder zwei A100 mit je 80 GB Speicher.
- Als Zielgruppe nennt Aleph Alpha Verwaltung, Industrie sowie Luft- und Raumfahrt. Laut dpa betont das Unternehmen den Einsatz auf selbst kontrollierter Infrastruktur.
- Preise oder einen fertigen Online-Zugang nennt die Ankündigung nicht.
- Alle Leistungswerte stammen von Aleph Alpha. Trending Topics weist darauf hin, dass die Vergleichsmodelle aus dem Frühjahr stammen und neuere offene Modelle nicht verglichen wurden.
- Hintergrund laut dpa: Aleph Alpha und das kanadische Unternehmen Cohere haben Ende April eine Fusion angekündigt, faktisch eine Übernahme durch Cohere.
Was heißt das für Ihren Betrieb?
Kolibri ist kein Chatprogramm zum Ausprobieren im Browser, sondern ein Baustein für IT-Dienstleister und Firmen mit eigener Serverausstattung. Wer es nutzen will, braucht leistungsstarke Hardware oder einen Dienstleister, der das Modell betreibt.
Interessant ist das für Betriebe, die Texte nicht an Clouddienste außerhalb Europas geben wollen, etwa bei Konstruktions- oder sensiblen Kundendaten. Die Modellseite sagt selbst, Kolibri sei für Arbeit gedacht, bei der ein Mensch das Ergebnis prüft, bevor danach gehandelt wird. Für unbeaufsichtigte Abläufe ist es nach Herstellerangabe nicht vorgesehen. Wie gut es im Vergleich zu aktuellen großen Modellen abschneidet, ist unabhängig noch nicht belegt.
Was Sie jetzt tun können
- Wenn Sie mit einem IT-Dienstleister arbeiten: fragen, ob er offene Modelle wie Kolibri in einem eigenen oder deutschen Rechenzentrum betreiben kann und was das im Monat kostet.
- Vor einer Entscheidung einen kleinen Vergleich mit typischen Texten aus Ihrem Alltag machen lassen, mit erfundenen oder anonymisierten Beispielen.
- Die Herstellerzahlen nicht als Entscheidungsgrundlage nehmen, sondern das Ergebnis dieses eigenen Tests.