IAB: Kein Jobeinbruch durch KI, aber ein Warnsignal bei jungen Beschäftigten
Eine Auswertung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung findet bis Ende 2025 keinen breiten Beschäftigungsrückgang in Berufen, in denen KI viel erledigen könnte. Bei 20- bis 29-Jährigen zeigt sich ein schwacher negativer Zusammenhang.
13. Oktober 2026
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung entworfen und von einer Person geprüft.
Was ist neu?
- Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit hat am 13. Oktober 2026 eine Auswertung veröffentlicht. Die Autoren sind Melanie Arntz, Michele Dinelli und Oliver Schlenker.
- Datenbasis: monatliche Beschäftigtendaten der Bundesagentur von Januar 2021 bis Dezember 2025, im Schnitt rund 22,3 Millionen sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte zwischen 20 und 64 Jahren. Nicht enthalten sind unter anderem Selbstständige, Beamte, Minijobber und Auszubildende.
- Gemessen wurde, wie stark sich Tätigkeiten eines Berufs mit Sprachmodellen beschleunigen ließen. Besonders hoch ist das etwa in Unternehmensorganisation, Rechnungswesen, Recht, Medien und Informatik.
- Ergebnis insgesamt: In den am stärksten betroffenen Berufen lag die Beschäftigung 2025 rund 1 Prozent über dem Stand von 2022, in den weniger betroffenen gut 3 Prozent darunter.
- Junge Beschäftigte: Bei den 20- bis 29-Jährigen sank die Vollzeitbeschäftigung in stark betroffenen Berufen um 3,8 Prozent, in weniger betroffenen um 2,6 Prozent. Bei Älteren war es umgekehrt: Bei den 30- bis 39-Jährigen entwickelte sich die Beschäftigung in stark betroffenen Berufen um fast 6 Prozentpunkte besser als in weniger betroffenen, bei den 40- bis 64-Jährigen um rund 5 Prozentpunkte.
- Rechnen die Forschenden Homeoffice-Eignung und Konjunktur heraus, ist der Zusammenhang bei den Jungen statistisch nicht signifikant. Die Konjunkturschwäche wirkt mehr als doppelt so stark. Belastbar negativ ist er bei jungen Beschäftigten vor allem im verarbeitenden Gewerbe und in nicht akademisch geprägten Berufen.
- Die Forschenden betonen: Die Daten zeigen keinen ursächlichen Zusammenhang. Gemessen wurde, wo KI einsetzbar wäre, nicht, ob Betriebe sie tatsächlich nutzen.
Was heißt das für Ihren Betrieb?
Die Studie spricht gegen die Sorge, KI habe in Deutschland schon massenhaft Stellen gekostet. Sie liefert aber einen Hinweis, den Betriebe ernst nehmen sollten: Gerade für junge Leute in der Industrie und in nicht akademischen Berufen ist der Einstieg schwieriger geworden, und KI könnte daran einen Anteil haben. Als mögliche andere Erklärung verweisen die Forschenden auf eine These, wonach Homeoffice das Einarbeiten erschwert und Firmen deshalb eher Erfahrene einstellen.
Für kleine Betriebe, die ohnehin um Nachwuchs ringen, ist das eher ein Argument, junge Leute gezielt einzuarbeiten, statt Einstiegsstellen vorschnell durch Software zu ersetzen.
Was Sie jetzt tun können
- Prüfen, welche typischen Einstiegsaufgaben im Betrieb sich durch KI verändern, und neue Lernaufgaben für Berufsanfänger festlegen.
- Bei neuen Kräften Einarbeitung vor Ort und feste Ansprechpartner einplanen, auch wenn viel im Homeoffice läuft.
- Die Studie als Momentaufnahme lesen: Die Daten enden 2025, die Forschenden empfehlen, die Entwicklung weiter zu beobachten.