EU-Umfrage: 42 Prozent kleinerer Firmen nutzen KI oder automatisierte Systeme
Laut einer Eurobarometer-Umfrage unter rund 12.800 Firmen mit bis zu 749 Beschäftigten setzen 42 Prozent KI und automatisierte Systeme zur Arbeitsorganisation ein, meist versuchsweise. Die größten Hürden: Kosten, Rechtsunsicherheit und fehlendes Wissen.
14. Oktober 2026
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung entworfen und von einer Person geprüft.
Was ist neu?
- Die EU-Kommission hat am 14. Oktober 2026 eine Eurobarometer-Umfrage zu KI und sogenanntem algorithmischem Management in kleinen und mittleren Unternehmen veröffentlicht. Gemeint sind Programme, die bei Aufgabenverteilung, Dienstplänen, Leistungsbewertung oder Personalentscheidungen helfen, mit oder ohne KI.
- Methode: Von März bis April 2026 wurden in allen 27 EU-Staaten rund 12.826 Telefoninterviews mit Inhabern und Leitungen privater Firmen mit 1 bis 749 Beschäftigten geführt.
- Nutzung: 42 Prozent setzen KI und algorithmisches Management bereits ein, meist in begrenztem, versuchsweisem Umfang. Weitere 21 Prozent planen es.
- Einsatzfelder: Kundenservice und Kundenbeziehungen (47 Prozent), Überwachung von Leistung und Produktivität (36 Prozent), Logistik, Planung und Dienstpläne (30 Prozent).
- Einschätzung: 61 Prozent sagen, KI helfe ihnen bei Entscheidungen. 75 Prozent erwarten bessere Arbeitsqualität. 90 Prozent geben an, dass Menschen entscheiden; vollständig automatisiert sind laut Umfrage nur 2 Prozent der Entscheidungen.
- Hürden: hohe Investitionskosten (50 Prozent), rechtliche Unsicherheit (49 Prozent), fehlendes Fachwissen (48 Prozent). 49 Prozent trauen KI bei Personalentscheidungen nicht.
- Bei der erwarteten Arbeitsqualität gibt es laut Eurobarometer deutliche Unterschiede zwischen den Ländern. Werte nur für Deutschland nennt die Mitteilung nicht; auf der Eurobarometer-Seite stehen Länderblätter bereit.
Was heißt das für Ihren Betrieb?
Wer noch keine KI nutzt, ist nicht abgehängt: Auch bei den Nutzern läuft vieles erst im Versuch. Die genannten Hürden dürften vielen Inhabern bekannt vorkommen, besonders die Unsicherheit, was rechtlich erlaubt ist.
Auffällig ist, dass die Überwachung von Leistung und Produktivität mit 36 Prozent zu den häufigsten Einsatzfeldern zählt. Das ist der heikelste Einsatz, weil er Beschäftigte direkt betrifft. Die Kommission kündigt dazu ein Gesetz für gute Arbeit an (Quality Jobs Act), das Firmen mehr Klarheit geben und Beschäftigte beim algorithmischen Management besser schützen soll. Die Sozialpartner wurden dazu bereits angehört.
Was Sie jetzt tun können
- Mit einem überschaubaren Einsatz beginnen, etwa im Kundenservice, dem häufigsten Einsatzfeld in der Umfrage.
- Bevor Software Leistung oder Arbeitszeiten von Beschäftigten auswertet: Datenschutz klären und, falls vorhanden, den Betriebsrat früh einbinden.
- Entscheidungen über Personal nicht der Software überlassen, sondern von Menschen treffen lassen.
- Wer Zahlen für Deutschland braucht: in den Länderblättern auf der Eurobarometer-Seite (Link oben) nachsehen.