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Samstag, 31. Oktober 2026

Wirtschaft

ifo-Experiment: IT-Azubis lösen mit ChatGPT deutlich schwerere Aufgaben

In einem Feldversuch an zwölf Berufsschulen holten angehende Fachinformatiker mit ChatGPT bei Aufgaben auf Hochschulniveau rund 70 statt 41 Prozent der Punkte. Den richtigen Umgang mit KI lernen in der Schule aber nur 16 Prozent.

29. Oktober 2026

Illustration: eigene Grafik, keine Fotografie.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung entworfen und von einer Person geprüft.

Was ist neu?

  • Das ifo Institut hat am 29. Oktober 2026 Ergebnisse eines Feldexperiments veröffentlicht, gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), der TU München und der Universität Erlangen-Nürnberg.
  • Aufbau: Von Oktober 2025 bis Januar 2026 nahmen 673 angehende Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker (Anwendungsentwicklung und Systemintegration) im letzten Ausbildungsjahr teil, an zwölf Berufsschulen in sechs Bundesländern. Per Los arbeitete eine Gruppe mit ChatGPT Pro und Internet, die andere ohne Internet, wie in Prüfungen üblich.
  • Alle bearbeiteten vier Aufgaben: einen Vortest, eine Aufgabe auf Prüfungsniveau und zwei auf Hochschulniveau.
  • Ergebnisse: Bei den Hochschulaufgaben erreichte die KI-Gruppe rund 70 Prozent der möglichen Punkte, die Gruppe ohne KI rund 41 Prozent. Bei der Aufgabe auf Prüfungsniveau stieg der Anteil von rund 22 auf rund 66 Prozent.
  • Bei Verständnisfragen direkt danach, ohne Hilfsmittel, schnitt die KI-Gruppe nirgends schlechter ab, oft besser. Ob das Gelernte langfristig hält, ist laut den Forschenden noch offen.
  • 84 Prozent der befragten Azubis nutzen KI bereits in der Berufsschule, aber nur 16 Prozent sagen, dort den richtigen Umgang damit zu lernen. Wer die eigene KI-Kompetenz höher einschätzte, schnitt besser ab.
  • Die Studie erscheint als CESifo Working Paper „Task Expansion with Generative AI“.

Was heißt das für Ihren Betrieb?

Für Ausbildungsbetriebe ist das eine gute und eine unbequeme Nachricht zugleich. Gut: Mit KI-Unterstützung bewältigen Auszubildende Aufgaben, die eigentlich auf Hochschulniveau liegen. Unbequem: Den richtigen Umgang lernen die meisten offenbar nicht in der Schule, also bleibt er Aufgabe des Betriebs.

Einschränkungen gehören dazu: Getestet wurden nur IT-Azubis, unter Versuchsbedingungen und mit dem Tarif ChatGPT Pro. Gemessen wurde das Verständnis direkt nach den Aufgaben, nicht nach Monaten. Und in Prüfungen wird laut ifo üblicherweise ohne Internet gearbeitet; das Grundwissen müssen Azubis also weiterhin selbst beherrschen.

Was Sie jetzt tun können

  • Mit Ihren Azubis besprechen, wie sie KI heute schon nutzen, und gemeinsame Regeln festlegen, etwa zu Firmendaten.
  • Eine kurze Einweisung in den Umgang mit KI in den Ausbildungsplan aufnehmen: Ergebnisse prüfen, Quellen hinterfragen, Grenzen kennen.
  • Azubis bewusst auch schwierigere Aufgaben mit KI-Unterstützung geben, aber das Ergebnis von einer Fachkraft prüfen lassen.
  • Prüfungsvorbereitung weiter ohne KI üben lassen.

Quellen

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