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Samstag, 31. Oktober 2026

Recht & Daten

Was mit Ihren Daten in KI-Chats passiert: die wichtigsten Einstellungen

ChatGPT, Gemini, Claude und Microsoft Copilot: ob Eingaben ins Training fließen, wo man das abschaltet und wie lange gespeichert wird, Stand Ende Oktober 2026. Der größte Unterschied liegt zwischen privatem Konto und Geschäftstarif.

31. Oktober 2026

Illustration: eigene Grafik, keine Fotografie.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung entworfen und von einer Person geprüft.

Alle Angaben stammen aus den Hilfe- und Datenschutzseiten der Anbieter, Stand Ende Oktober 2026. Die Grundregel vorweg: Privatkonten und Geschäftstarife werden sehr unterschiedlich behandelt. Diese Übersicht ist eine Einordnung, keine Rechtsauskunft.

ChatGPT (OpenAI)

  • Privat (Free, Go, Plus, Pro): OpenAI kann Inhalte zum Training verwenden; die Datenfreigabe ist standardmäßig eingeschaltet. Abschalten: Einstellungen > Datenkontrollen > „Das Modell für alle verbessern“, alternativ im Datenschutzportal von OpenAI. Das gilt für neue Gespräche. Der Sprachmodus hat laut OpenAI eine eigene Einstellung dafür.
  • Achtung Feedback: Wer eine Antwort mit Daumen hoch oder runter bewertet, gibt das ganze Gespräch fürs Training frei, auch nach dem Abschalten.
  • Temporärer Chat: wird nicht fürs Training genutzt, erscheint nicht im Verlauf und kann aus Sicherheitsgründen bis zu 30 Tage aufbewahrt werden.
  • Speicherdauer: Chats bleiben gespeichert, bis Sie sie löschen. Gelöschte Chats will OpenAI binnen 30 Tagen endgültig entfernen, außer bei Sicherheitsgründen oder rechtlichen Pflichten.
  • Geschäftlich (Business, Enterprise): standardmäßig kein Training mit Ein- und Ausgaben. Administratoren legen die Aufbewahrung fest, gelöschte Gespräche verschwinden binnen 30 Tagen. OpenAI bietet für Business, Enterprise und API einen Zusatz zur Datenverarbeitung (DPA) über ein Formular an.

Gemini (Google)

  • Privat, auch mit Google AI Pro oder Ultra: Ist „Aktivitäten speichern“ an, nutzt Google Chats und Uploads, um seine Dienste zu verbessern, auch zum Training generativer Modelle. Ein Teil der Chats wird von Menschen geprüft, auch von externen Dienstleistern; geprüfte Chats bleiben vom Konto getrennt bis zu drei Jahre gespeichert, selbst wenn Sie Ihre Aktivitäten löschen.
  • Speicherdauer: Aktivitäten werden standardmäßig nach 18 Monaten gelöscht; wählbar sind 3 oder 36 Monate oder unbegrenzt.
  • Abschalten: unter „Aktivitätsverlauf in Gemini-Apps“. Danach speichert Google neue Chats noch 72 Stunden im Konto, nutzt sie aber laut Google nicht zum Training, solange Sie kein Feedback geben. Temporäre Chats werden ebenfalls nicht fürs Training verwendet.
  • Gemini Live: Audioaufnahmen, Videos und Bildschirmfreigaben nutzt Google laut eigener Angabe standardmäßig nicht zur Verbesserung seiner Dienste.
  • Geschäftlich (Google Workspace): Google verwendet Kundendaten nicht ohne Erlaubnis zum Training und lässt Inhalte nicht ohne Erlaubnis von Menschen prüfen. Es gilt der Zusatz zur Verarbeitung von Cloud-Daten (CDPA).

Claude (Anthropic)

  • Privat (Free, Pro, Max, Ultra): Sie entscheiden, ob Ihre Chats ins Training fließen; die Preisseite führt das als „Opt-out“. Der Schalter liegt unter Einstellungen > Datenschutz (claude.ai/settings/data-privacy-controls). Ausschalten wirkt für künftiges Training, nicht für bereits trainierte Modelle.
  • Speicherdauer: Mit eingeschaltetem Training können Chats laut Anthropic bis zu fünf Jahre in den Trainingsabläufen bleiben. Gelöschte Chats verschwinden binnen 30 Tagen aus den Speichersystemen. Feedback per Daumen speichert Anthropic fünf Jahre, als Verstoß markierte Inhalte bis zu zwei Jahre.
  • Inkognito-Chats werden nicht fürs Training genutzt, auch wenn der Schalter an ist.
  • Geschäftlich (Team, Enterprise, API): standardmäßig kein Training; Ausnahme ist aktiv abgegebenes Feedback. Administratoren können die Bewertungsfunktion abschalten. Das DPA mit Standardvertragsklauseln ist laut Anthropic automatisch Teil der Geschäftsbedingungen. Eigene Aufbewahrungsregeln gibt es nur bei Enterprise.

Microsoft Copilot

  • Neue Copilot-App (seit 18.08.2026), privates Microsoft-Konto: Laut Microsoft werden Prompts, Antworten und Dateiinhalte nicht zum Training der Basismodelle verwendet. Eine Speicherdauer nennt die zugehörige Hilfeseite nicht.
  • Ältere Copilot-App: Hier trainiert Microsoft mit Gesprächen, solange Sie nicht widersprechen. Abschalten unter Profil > Datenschutz, getrennt für Text- und Sprachunterhaltungen. Der Verlauf wird standardmäßig 18 Monate gespeichert. Eine Prüfung durch Menschen bei Verdacht auf Regelverstöße lässt sich nicht abschalten.
  • Geschäftlich (Anmeldung mit Firmenkonto über Microsoft Entra): Es gelten der Datenschutznachtrag (DPA) und die Produktbedingungen, Microsoft handelt als Auftragsverarbeiter. Prompts und Antworten werden nicht zum Training der Basismodelle genutzt. Websuchen über Bing laufen dagegen unter Microsofts eigener Verantwortung.

Was Sie jetzt tun sollten

  • Kundendaten nur im Geschäftstarif mit Auftragsverarbeitungsvertrag eingeben, nie in privaten Konten.
  • Privat genutzte Konten prüfen: Trainingsschalter kontrollieren und für Vertrauliches den temporären bzw. Inkognito-Chat nutzen.
  • Keine Daumen-Bewertung bei Gesprächen mit sensiblen Inhalten.
  • Eine kurze Regel für alle Mitarbeiter schreiben: welches Werkzeug, welcher Tarif, welche Daten tabu sind.

Quellen

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